Prof. Dr. Matthias Hiller erläuterte zunächst die grundlegenden Zusammenhänge des Rentensystems und die Herausforderungen, vor denen die gesetzliche Rentenversicherung steht. Die Menschen leben länger, gleichzeitig gibt es weniger Beitragszahler. Hinzu kommt, dass die geburtenstarken Jahrgänge der Babyboomer nun schrittweise in den Ruhestand gehen.
Rentenniveau steigern und Finanzierung langfristig sichern
Marc Biadacz, Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für Arbeit und Soziales, ging auf die aktuellen Reformüberlegungen und den Bericht der Rentenkommission ein. Mit diesem liegen 33 Forderungen und Maßnahmen auf dem Tisch. Ziel müsse es sein, das Rentenniveau zu steigern und gleichzeitig die langfristige Finanzierbarkeit des Systems sicherzustellen.
Dabei gehe es ausdrücklich nicht darum, bestehende Probleme lediglich mit zusätzlichen staatlichen Mitteln zu überdecken. Vielmehr brauche es strukturelle Veränderungen. Denn ohne Reformen würden die finanziellen Belastungen weiter steigen. Die Alternativen seien höhere Steuern oder höhere Sozialversicherungsbeiträge.
Ein Ansatz ist dabei eine stärkere Kapitaldeckung innerhalb der gesetzlichen Rentenversicherung. Das bislang im Wesentlichen umlagefinanzierte System soll damit um eine kapitalgedeckte Komponente ergänzt werden. Der Aufbau einer solchen Kapitaldeckung werde zunächst Geld kosten. Langfristig könne sie jedoch dazu beitragen, die Finanzierung der Rente breiter aufzustellen.
Auch die private Altersvorsorge müsse weiter gestärkt werden. Darüber hinaus müsse die Politik stärker in den Blick nehmen, wie Menschen frühzeitig für das Alter vorsorgen können.
"Wir dürfen das Gesamtziel nicht aus den Augen verlieren"
In der Diskussion wurde auch über frühere politische Entscheidungen gesprochen. Hiller verwies unter anderem auf die abschlagsfreie Rente mit 63 und deren finanzielle Auswirkungen. Entscheidend sei, aus vergangenen Entscheidungen zu lernen und die Rentenpolitik an die demografische Entwicklung anzupassen.
"Die notwendigen Veränderungen werden nicht immer bequem sein", sagte Hiller. "Aber wir müssen die Stärke haben, sie anzugehen. Unser Ziel muss sein, das Rentenniveau zu steigern und gleichzeitig sicherzustellen, dass die Rente auch für die kommenden Generationen finanzierbar bleibt."
Im Anschluss an die Impulse von Hiller und Biadacz nutzten die Besucherinnen und Besucher die Möglichkeit, Fragen zu stellen und ihre persönlichen Erfahrungen und Erwartungen einzubringen. Dabei wurde deutlich, wie unmittelbar das Thema Rente viele Menschen betrifft.
"Gerade bei einem so emotionalen Thema ist der direkte Austausch wichtig", so Hiller abschließend. "Wir müssen die Sorgen der Menschen ernst nehmen, dürfen uns aber auch nicht von kurzfristigem Unmut davon abbringen lassen, die notwendigen strukturellen Entscheidungen für die Zukunft zu treffen."

